Heimatlandschaft Nordböhmisches Niederland

Gerhard Riedel

Gerhard RiedelSchriftsteller

Gerhard Riedel wurde im nordböhmischen Warnsdorf am 20. Juli 1932 geboren. Sein Vater Alfred Riedel wirkte zunächst als Lehrer in Warnsdorf, später in Bayerisch Schwaben als Schulleiter und Rektor. Die Mutter Elisabeth war die Tochter des Warnsdorfer Feinkosthändlers Daniel Biegel. An seine Geburtsheimat, die er mit zwölf Jahren verlassen musste, erinnert er sich oft und gern. Fixpunkte seiner frühen Lebensphase waren die Menschen dort, und war die bezaubernde Mittelgebirgslandschaft, in die ihn Wanderungen mit seinen Eltern führten. Das weitgehend positive Erleben der Kindheit in einem intakten Elternhaus, erfuhr durch den Heimatverlust 1945 eine jähe, herbe Zäsur. Die Familie enteignet und zwangsevakuiert, erwartete nach langen, chaotischen Eisenbahnfahrten eine ungewisse Nachkriegs-Zukunft in Bayern.

Die Ausbildung zum Verlagskaufmann legte Gerhard Riedel bei der „Schwäbischen Landeszeitung“ in Augsburg ab. Er war dann im Buchverlagswesen vorwiegend als Verlagslektor tätig und schließlich weitere 23 Jahre (bis zum Ruhestandsbeginn 1992) als Verlagsjournalist und Jahrbuch-Redakteur im Verlag der „Augsburger Allgemeinen“.

Gerhard Riedels literarischer Werdegang war und ist immer noch ein ganz wesentlicher Bestandteil seines Lebens. Sein Lyrik-Erstling erschien 1952, sein zweiter Gedichtband 1953.  Zusätzlich konnte er in einer Fülle von Anthologien seine lyrischen und Prosatexte veröffentlichen. Nebenberuflich arbeitete er jahrzehntelang bei Zeitungen, Kulturzeitschriften und Rundfunkanstalten mit. Literarische Arbeiten wurden ins Italienische, Englische und Tschechische übertragen. Mehrere Musiker vertonten seine Gedichte.

1957 heiratete Gerhard Riedel Erika Frank, eine äußerst liebenswerte bayrische Schwäbin. Mit ihr konnte er  inzwischen längst – glücklich- die goldene Hochzeit feiern. Sie umsorgt ihn mit großer Liebe und ermöglicht ihm weiterhin zu schreiben und zu publizieren. Regelmäßig erschienen seine Bücher, in den letzten Jahren im Niederlandverlag, der für ihn eine geistige und kreative „Heimat“ bedeutet. Seine Lesergemeinde bleibt ihm nach wie vor treu.

Bedeutende Preise und Anerkennungen: Gerhard Riedel_bild_r

Ehrenplakette der Stadt Böblingen 1969

Gustav-Leutelt-Medaille 1978

Erster Lyrikpreis bei Festspielen in  Spoleto/Italien 1979

Adalbert-Stifter-Medaille 1981

Erster Preis speziale Terni/Italien 1981

Literaturpreis in Rom („trofeto della alpi“) 1983

Sudetendeutscher Kulturpreis für Literatur 1985

Erster Preis speziale Terni/Umbrien 1985

Rudolf Lodgman Plakette der Sudetendeutschen Landsmannschaft 2012