Heimatlandschaft Nordböhmisches Niederland

Veranstaltungen

Kunstinstallation verwandelt Heimatmuseum in surrealistisches Happening

Ausstellung „Zwei Seelen wohnen…Bilder aus dem Schluckenauer Zipfel“ vom 10. Oktober – 2. Dezember 2017

Vernissage: Dienstag 10. Oktober, 19 Uhr

Lange Nacht der Museen Böblingen: Samstag 18. November

Das Heimatmuseum Nordböhmisches Niederland in Böblingen steht kurz vor einer spektakulären Verwandlung. Für eine temporäre Kunstinstallation wird die Dauerausstellung zur sudetendeutschen Geschichte surrealistisch umgestaltet. Der Künstler Sebastian Weise, dessen Vorfahren aus dem Nordböhmischen Niederland stammen, zeigt in den Räumen der ehemaligen Vogtsscheuer seine preisgekrönte Serie „Zwei Seelen wohnen…Bilder aus dem Schluckenauer Zipfel“. Die Stadt Böblingen hat die Patenschaft über diesen Landstrich inne.

Für die Werkreihe wurden in einem automatisierten Prozess Fotografien aus dem „Schluckenauer Zipfel“, einer Region im Norden Tschechiens, mit Bildern anderer Reisen digital überlagert und verwoben. Der Zufallsmoment in der Komposition war Teil des Konzepts. Die Bildergebnisse lassen erstaunen und in neuartige, vom Unterbewussten durchdrungene Welten eintauchen. Die Anlehnung an die Technik der Surrealisten war ein künstlerischer Notschlag: Da in der Familie des Künstlers nicht viel über die Vertreibung nach dem Zweiten Weltkrieg erzählt wurde, versuchte Weise die Geschichte seiner Ahnen vom Unterbewussten schreiben zu lassen. Der gebürtige Thüringer wurde für diese Arbeit mit dem Sudetendeutschen Kulturpreis für Bildende Kunst ausgezeichnet.

„Die Bilder von Sebastian Weise sind eine Spurensuche nach dem Land der Väter, nach dem Gestern im Heute, und thematisieren damit hochaktuelle Fragen wie die nach Kulturtransfer und Migration, Flucht, Zughörigkeit und Heimat. Die neue Serie erweist sich als Glückfall einer Verantwortung übernehmenden, reflektierenden Kunst, die weit über bloße Historiographie hinausweist und letztenendes den gesellschaftspolitischen Ansatz einer Mahnung zu friedlicher kultureller Koexistenz in sich birgt.“ (Dr. Ingo Seufert, Kunsthistoriker, München, bei der Laudatio zur Eröffnung der Ausstellung 2016 im Haus des Deutschen Ostens München am 31.5.2016)

 

In seinen Arbeiten beschäftigt sich Weise eingehend mit den Wegen Anderer. Eine erste große Serie, die international Beachtung fand, war die „Ästhetik des Aufgebens“, in der der Künstler in Abrisshäusern nach den Spuren der letzten Bewohner suchte. Oftmals sind Weises Bildserien von Kontroversen begleitet. Die Reihe „20 Uhr am Rondell – Sandros letzter Weg“, die sich mit dem grausamen Mord dreier Jugendlicher an einem 15-Jährigen Mitschüler in Weises Heimatstadt Sondershausen beschäftigt, wurde von der örtlichen Stadtverwaltung mit Ausstellungsverbot belegt und in Privatinitiative trotzdem mit großem Publikumszuspruch gezeigt. Eine Serie über die rechtsextremen Ausschreitungen im sächsischen Heidenau, die in stillen menschenleeren Bildern den Blick Flüchtender auf ihre neue Umgebung nachzeichnet, wurde mit dem FÖN Kunstpreis 2015 ausgezeichnet. Aktuell ist Sebastian Weise für mehrere Wochen zu Fuß auf den Lutherwegen Mitteldeutschlands unterwegs. In dem künstlerischen Projekt will er mit den Augen Luthers schauen und herausfinden, was den Reformator nach 500 Jahren noch erzürnen könnte.

Bilder:  © Sebastian Weise

Kontakt zum Künstler:

Sebastian Weise                                                    facebook.com/WeiseSicht/

0177 600 8383                                                      instagram.com/weisesicht/

info@weisesicht.de                                              weisesicht.tumblr.com/

 

Dieses Projekt des Bundes der Niederländer e.V. in Böblingen wird aus Mitteln des Bayrischen Staatsministeriums für Arbeit und Soziales, Familie und Integration gefördert.   


 

Deutsch-Tschechische Wanderausstellung über einen berühmten Wiener Bildhauer aus Warnsdorf im Münchener Sudetendeutschen Haus:

 

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